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Zunächst: Allgemeine Erfahrungen mit unseren bisherigen Schiffen_

Meine persönliche Erfahrung besteht zunächst aus der früher üblichen Formel Lebensalter= Fuß LüA+ -10%. Am Anfang stand eine Jolle. Plastik, neu, Quitten gelb, von etlichen Nebenjobs abgespart und mit Beteiligung des segelnden Vaters. Fahrten nach Jugoslawien mit Zelt, Esbit- Kocher und Freundin waren wunderbare Erlebnisse, die Abenteuer und Freiheit bedeuteten. Den "Faktor" Seetüchtigkeit hatte ich damals noch nicht im Auge. Was ich damals aber gelernt habe an Seemannschaft, das sitzt bis heute. Ein offenes Kielboot folgte, ein kleiner Langkieler mit 5,75m. Länge, der sich in den Küstengewässern der Adria genauso agil verhielt, wie auf der Talsperre zuhause.Ich habe dieses Schiffchen geliebt mit seinem positiven Decksprung, der dunkelblauen Farbe am Rumpf und dem kleinen Yachtheck. Es wurde nach 4 Jahren eingetauscht gegen eine neue h26 von Frauscher. Kein Raumwunder, aber etwas zum Übernachten. Es war eine Neuentwicklung, die das H-Boot Konzept aufnahm mit besseren Segeleigenschaften. Damals habe ich fast alles auf dem Binnensee versägt, was uns in die Quere kam. Regatten haben wir aber selten gefahren.

Spätestens hier wird erkennbar: Ich interessierte mich nie für Raumwunder, sondern zuerst sollte mich die Form ansprechen. Meine Schiffe sollten schön sein, schnell und trotzdem sicher. Meine Erfahrungen bestätigten immer mehr mein Gefühl: Wenn die Schiffe gefällige Linien hatten, waren sie in aller Regel auch schnell und seetüchtig. Sicher, es gab auch damals schon in den 80er Jahren jede Menge hässliche schnelle Schiffe, aber dann waren sie nicht so seetüchtig und umgekehrt.

Als ich diese Regel konsequent befolgte, habe ich auch mit Neuschiffen "nominal" nie Geld verloren, bis vor drei Jahren. Es folgten: H- Boot (gebraucht), Dehler 28(neu, an der ich auch kein Geld verlor, aber die ein Fehlkauf war. Mein einziger, geschuldet meiner Familiengründung. Ich verkaufte sie nach 2 Jahren), HR34 (neu) und zuletzt Comfortina42 (auch neu). Ich habe diesen wunderschönen schnellen Schwan 12 Jahre zunächst in der Ostsee gesegelt, dann an der Adria, an die ich nach 10 Jahren Abstinenz zurückgekehrt war. Erst als die Großserie entgültig das Spinnen begann, bekam der Markt einen solchen Knick, dass die Rechnung nicht mehr ganz aufging. Die Anzeigenseiten waren vollgestopft mit Großserienprodukten, die ebenfalls keine Käufer fanden.

Ich hätte die Comfortina noch heute, wenn wir weiterhin nur im Urlaub im Mittelmeer oder in Ost- und Nordsee unterwegs wären mit häufigen Marina- Aufenthalten, wenigen langen Schlägen über See und weitgehend Starkwind freiem segeln. Aber die wenigen Gelegenheiten, an denen wir Stress hatten, wurde es ungemütlich. Das flache Unterwasserschiff schlug auf den Wellen auf, dass sich der Mast schüttelte. Es knarzte und knackte an Stellen, die ich nicht finden konnte und das Steuern erforderte äußerste Konzentration. Also eignete sich das Schiff zwar für Urlaubsreisen, auch für große Fahrt, wenn man die Risiken eines freistehenden Ruders ignoriert und unbequem reisen will/ kann. Also nicht sonderlich gut geeignet für "große Fahrt". Weil wir uns aber genau dazu entschlossen hatten, haben wir uns schweren Herzens entschlossen, unsere Comfortina 42 zu verkaufen.

Dies gestaltete sich aber als schwieriger als gedacht. Wir mussten zum Schluss arge Kompromisse eingehen, damit sich überhaupt etwas bewegte, und das bei dem besten "Freizeitschiff", dass es in dieser Klasse zu kaufen gibt. Solide in Kleinserie gebaut, selten auf dem Markt und von klassischer Schönheit, dabei innen geräumig und schwedisch gemütlich. Ein moderner Klassiker. Irgendwann klappte es auf Umwegen dann doch. Ich musste ein kleineres in Zahlung nehmen, an dem ich noch ein weiteres Jahr verkaufte, damit ich unseren Neuerwerb bezahlen konnte.

Unsere Entscheidung, nun ein gebrauchtes Schiff zu kaufen, das wir zwar erst von der Mastspitze bis zum Kiel refitten und auf unsere Bedürfnisse umrüsten mussten, haben wir noch keine Sekunde bereut. Unsere Stenella, eine inzwischen 23 Jahre alte Amel Super Maramu, ist wiederum ein schöner Klassiker, kein Kojenwunder, für lange Seereisen konzipiert und in allen Details Vertrauen erweckend. in dem jetzigen Zustand ist sie besser als neu, aber ein neues Schiff in dieser Qualität und Ausstattung würde immer noch das Doppelte kosten. Der Wiederverkaufswert interessiert uns weniger, weil es wohl unser letztes Schiff sein soll. In absehbarer Zeit werden wir überwiegend auf Stenella leben. Die ersten Törns waren viel versprechend. Einzige noch zu erweiternde Ausstattung ist ein zweites Vorstag, das es leichter macht, aufzukreuzen und bei Starkwind besser zu manövrieren.

 

 Rumpflackierung mit AWL- Grip

Nach näherer Inspektion der Außenhaut nach dem Kauf haben wir uns entschlossen, den Rumpf komplett mit AWL-Grip lackieren zu lassen. Das Verfahren ist wesentlich schwieriger, als bei herkömmlichen Lacken, dafür ist der Lack hochfest und benötigt keinerlei Politur, auch nach Jahren nicht! Unser letztes Boot haben hatten wir ebenfalls einige Jahre zuvor auf gleiche Weise behandeln lassen. Anschliessend hatten wir Ruhe vor dem lästigen und aufwendigen Polieren der großen Flächen. Außerdem haben wir jetzt die einzige Amel in bordeaux rot. Wir finden, das passt sehr gut. Erste Erfahrungen mit dem dunklen Rumpf im heissen Sommer des Mittelmeeres haben auch die einzige Befürchtung zersteut, dass sich der Innenraum stärker aufheizen würde.Lieferung der Lacke: von der Linden GmbH.  Unsere Bewertung:  TOP!

Isiteek von C.C.Rüegg

Nachdem der Plastik_ Decksbelag der Amel uns nicht rutschsicher erschien und ebenso arg verwittert war, haben wir uns für einen Kunststoffbelag in Holzoptik entschieden. Echtes Teak hatten wir nicht mehr in der engeren Wahl, weil wir im Mittelmeer negative Erfahrungen gemacht hatten. Deutlich höherer Verschleiß, als in den höheren Breiten, Aufheizen des Decks und Riefenbildung, in denen sich Schmutz und Spak sammeln konnte, haben uns abgeschreckt. Andere Beläge sahen uns nicht schön genug aus. Aufgrund meiner beruflichen Nähe zu dem Produkt unserer Wahl-- meine Firma verlegt u.a. auch Fußbodenbeläge-- war der handwerkliche Aspekt kein Thema. Also verlegten wir das Material innerhalb von 10 Tagen selbst. Fazit nach einer Saison: Das Material heizt sich so stark auf, dass wir ab 27/28 Grad nicht mehr barfuß  (und das auf der geplanten Barfuß-Route!) darüber laufen können. Die Schmutzempfindlichkeit ist auch wesentlich höher, als vom Verkäufer vorausgesagt. Im Frühjahr werden wir das Deck das erste Mal abschleifen müssen, um die Flecken, die innerhalb nur eines Jahres entstanden sind, wieder zu entfernen. Nach einem Reklamationsgespräch rät uns die Firma zu einer Versiegelung, die wir auch gegen zu starke Aufheizung auftragen sollen. Das einzige, was super funktioniert, ist die Rutschfestigkeit. Wir haben einen sehr guten Stand, auch bei massiver Lage. Das Arbeiten an Deck ist wesentlich sicherer als vorher. Nunja, und mancher wird einwenden, dass man ja eh immer Schuhe tragen soll beim segeln. Unsere Bewertung bisher: Flop!   .... aber vielleicht ändert sich das ja noch, nachdem wir die Versiegelung aufgebracht haben.

Bügelanker mit 100m. Kettenvorlauf

Meine Erfahrungen mi den verschiedenen  Ankern bisher sind: CQR auf einer HR34, Bruce auf einer Comfortina42 und ein Plattenanker auf einer Dehler 28. Außerdem ein Danforth "Kaffee- Anker". Der Bügelanker ist der "Hammer im Grund". Er hat bisher auf allen Gründen super gehalten und schon mehrfach Windstärken bis über 40 kn.(Bora/ Yugo) überstanden. Als er sich aufgrund dessen ausgegraben hatte, weil ein Nachbarlieger drüber gefahren ist und ihn ausgebrochen hatte (im Blog unter Scedro!), hat er sich ohne ein entsprechendes Manöver bei Windböen um 35 Kn. sofort von selbst wieder eingegraben. Unsere Bewertung: TOP.

Integriertes GPS- Plotter-, Radar- und AIS.- System von Simrad

Für die Blauwasserfahrt haben wir uns auch für ein sehr komfortables Integriertes System  von Simrad entschieden. Ein großer Bildschirm am Navi-Platz unten im Salon, ein Tochtergerät oben im geschützten Cockpit nahe dem Ruderrad. Das Radar sollte zwar zunächst als Backup vollkommen separat eingebaut werden, aber von allen Seiten wurden wir anderweitig, zu einem "alles in einem" beraten.  Das ist zumindest in der Bedienung und Menüführung sehr komfortabel. Die Seekarten, die Simrad verwendet, sind übersichtlich und genau, was wir bis jetzt sagen können. Die Bedienung ist selbsterklärend und die Entscheidung, zwei Plotter zu installieren, war ebenfalls richtig. Für den Steuerstand reicht ein kleineres Gerät, das aber groß genug ist, alle Daten übersichtlich anzuzeigen. Das Radar- Overlay war eine Offenbarung, ausgezeichnet zu verwenden in unübersichtlichen Ansteuerungen und bei Nacht. Wir sind gespannt, wie das hilft, wenn wir in Gegenden kommen, wo die Seekarten ungenauer oder garnicht zur Verfügung stehen. Das System: ein TOP!

 Aaaaber der Service.... Geliefert wurden aus Versehen einTochtergerät und zwei! große Plotter. Ich habe sie zunächst beide mitgenommen zum Einbau, falls etwas nicht funktioniert. Und siehe da, beide waren bei Lieferung defekt. Da wir das System in Deutschland gekauft hatten und es in Kroatien von Fachleuten einbauen lassen mussten, die allerdings keine Simrad- Techniker waren, liefen natürlich schon etliche Mehrstunden durch die Uhr. Danach schickten wir einen kaputten Plotter zurück um einen neuen zu erhalten. Diesmal sollte er allerdings von dem kroatischen Simrad Techniker eingebaut werden. Dieser weigerte sich allerdings: "hab ich nicht verkauft, bau ich auch nicht ein...". Selbst die Intervention beim deutschen Verkäufer und später sogar bei der Europa- Zentrale von Simrad nutzte nichts, der Typ blieb stur. Erst, als ich sagte, dass ich das zweite defekte Gerät erst retourniere, wenn die Sache geklärt ist, kam Bewegung in die ANgelegenheit. Der Münchner Repräsentant von Simrad, Christian Keller sei öfters in Istrien, deshalb könne er mir die Installation fertigstellen und die Inbetriebnahme des Systems inklusive Freischaltung des AIS erledigen. Das hat er dann auch kurze Zeit später an einem Nachmittag in "Windeseile" vollbracht. Er musste seine Zeit berechnen, das akzeptierte ich sogar, aber dass man sich dann anschliessend noch einmal stur stellte, als ich noch die passende UKW- Anlage kaufte und mir die Einbaukosten nicht nachgelassen hat, obwohl es keine Unsumme war, hat uns sehr verwundert. Der Fehler: Vorher klar machen, dass der Einbau "inclusive" stattfinden muss. Möglichst den Einbau von demjenigen erledigen lassen, der die Gerätschaften verkauft! Unser Bewertung für den Service: Ein Riesen- FLOP!

Riesige Ausnahme: Christian Keller, Simrad Vertreter aus München. TOP!

 

 

... mehr folgt in Kürze!


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