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Aktuelles

Der Stenella-Blog bei Wordpress.

 

 

1. Juni 2013. Eigentlich sollte es heute beginnen. Ablegen in Richtung Süden.

Okay, das Wetter ist auch nicht zum Freuen in Pula: 12 Grad und Regen. Nachheftigen Starkwindphasen und kühl- winterlichen Temperaturen seit Wochen. Aber das ist es nicht. Auch zuhause ist alles vorbereitet, damit wir zwei Monate Ruhe haben. Aber es war uns versprochen worden, alles zu diesem Termin zu erledigen, was beauftragt worden ist. Die Maschine ist eingebaut, aber auf Motorfüßen, die schon im Ruhezustand unter der Last des Motors brechen. Das Adapterstück musste mehrmals gefertigt werden, das die Kupplung, das Bindeglied zwischen Getriebe und Welle darstellt. Ob diese "Sonderfertigung" eines weiteren hinzugezogenen "Experten" tatsächlich hält, was der Mann versprach, wissen wir erst nach Inbetriebnahme. Der Maxprop (nach Reklamation der Größe, nein, diesmal nicht der Blätter, sondern des Konus´) ist endlich in Pula angekommen. Auch das neue Segel von Beilken ist unterwegs. Aber das 2. Vorstag ist noch nicht montiert. Ich bin gespannt, ob die Messung, die SPR gesendet hatte, auch den tatsächlichen Verhältnissen entspricht. Der rotte Ankerkasten, dessen Sperrholzwände von innen derart verfault waren, dass man sie mit dem Finger eindrücken konnte, ist hoffentlich neu laminiert und das weg gerostete Führungsrohr für die Ankerkette durch eines aus PVC ersetzt....

Nun kommen noch die Kleinigkeiten, wie Stag montieren an den (sondergefertigten) Fixierungen unten an Deck und oben am Mast. Wir, unser Freund Friedhelm und ich, haben die Materialstärken vorgeben müssen, die Zeichnungen anfertigen und dieganze Idee zur Befestigung des Stages liefern müssen, als wir im April schon mal nachgesehen haben, wie weit man denn mit Allem so gekommen ist. Außerdem haben wir den Handwerkern gezeigt, wie die Amel- Welle eventuell aus dem Kielschaft zu entfernen und die neue Welle zu montieren war. Man wollte keinerlei Verantwortung übernehmen für die Umbauten. Also stellte man sich achselzuckend vor uns und schwieg, nachdem endlose Stunden mit Diskussionen verbracht wurden, in denen man auch hätte arbeiten können. Nächste Woche soll aber dann doch alles zu meiner Zufriedenheit fertig sein. Aber ich will, dass das Schiff nicht ohne mich ins Wasser kommt. Vertrauen ist gut....., habe ich gelernt.  Ich will endlich weg hier. Mit einem funktionierenden Schiffchen ablegen und nicht mehr zurückblicken ....

Wir hoffen auf nächste Woche. Dann soll es endlich doch losgehen. Und was hat man uns immer in der Schule beigebracht? Aus fehlern lernt man. Ich lerne technisch immer mehr dazu. Und das ist wenigstens ein kleiner Vorteil. Und jetzt Zuversicht!

 

September 2012 - Frühjahr 2013: Refit, hoffentlich letzter Akt:

Seit den letzten technischen Aufzeichnungen über die Restauration ist einige Zeit vergangen. Einiges hat sich neu ergeben, einiges musste nochmal verändert werden. Der Reihe nach:

Unser alter Perkins Prima HT hatte ja, wie erwähnt, etliche Betriebsstunden auf dem Buckel, ähnlich der Diesel- Generator. Wir können nur schätzen, was die beiden Aggregate hinter sich haben, da die Betriebsstundenzähler defekt sind. Durch das Manöver in der Bucht auf Scedro im letzten Sommer und die Sache mit der falschen Opfer- Anode in Milna hatte der Perkins wahrscheinlich so vielo abbekommen, dass er ausgetauscht werden muss. Ölverbrauch, mangelnde Kompression ....

Wir haben uns für einen Beta- Marine Motor vom Typ B90, also mit 90 PS entschieden. Auf der Messe in Hamburg haben wir uns informiert und dann zuhause gehandelt. Wir wollten einen Saugdiesel ohne Elektronik und ohne Turbo, ohne Schnickschnack und im Aufbau derart simpel, dass ihn jeder Dorfschmied reparieren kann. Ich hoffe, unsere Wahl war richtig. Immerhin werkeln diese Motoren in Rettungsbooten der DGZRS und im Militär ebenso, wie in Arbeitsbooten usw. Also ein richtig archaischer Eisenklotz, mit Schub schon im unteren bis mittleren Drehzahlbereich, nicht weiter oben aus dem Turbo, sodass er nicht erstirbt, wenn mal ein Notmanöver von voll voraus zu voll zurück nötig ist. Dazu ist Hubraum nötig, das kostet zwar Gewicht, Volumen und dadurch Platz im Motrraum, aber davon haben wir ja auf Stenella reichlich. Um die Kraft ins Wasser bringen zu können, braucht es auch ein anderes Getriebe. Wir haben uns für ein hydraulisches entschieden, das es als Extra ab Werft dazu gibt und schon am Motor verbaut geliefert wird.

Zusätzlich und weil der ganze Schlamassel schon mal raus muss, lassen wir gleich den gesamten Antriebsstrang erneuern. Amel hat damals hier ja ebenfalls eine Eigenentwicklung verbaut. Die U- Welle, die von dem rückwärts eingebauten Motor zunächst nach vorne zu zwei Kegelrädern führt, die in einem Kasten über dem Kiel liegen (der ständig suppte und zum Schluss pro Tag einen halben Liter Öl "verbrauchte", sitzt über einem Loch in den Kiel, von wo eine weitere 90 Grad- Übersetzung nach achtern geht aus dem Kiel heraus zum Propeller. Diese ganze Einheit gibt es nur komplett neu. Amel fertigt das Teil nach und verbessert auch die Buchse, aus der die Welle nach draussen tritt. Das ist bei den frühen Supermaramus noch nicht wartungsfrei gewesen, nun haben wir weitgehend Ruhe. Hoffentlich.

Der Propeller, nunmehr ein Maxprop, hat ja nie richtig gepasst, weit wir ihn gekauft hatten in 2011. Ich hatte das reklamiert, aber habe bei dem Lieferanten auf Granit gebissen. Stenella musste deswegen insgesamt 4x gekrant werden. In der Saison 2012 lief der Prop zwar bei ruhigem Wasser zufriedenstellend, aber durch die extreme Verstellung des Steigungswinkels hatte er keinen Biss mehr. Bei Gegenwind war einfach nicht genug Kraft vorhanden, um das schwere Schiff einigermassen durch die Welle zu schieben. Ein unerträglicher Zustand.

Auf der Messe in Hamburg bekannte der neue Repräsentant dann, dass sein Vorgänger, dessen Firma inzwischen nicht mehr existiert, sich wohl vermessen haben musste. Letztlich war es so, wie wir dann gemeinsam recherchiert hatten, dass der Verkäufer des Maxprops zwar das Angebot richtig berechnet hatte, Auftrag und Lieferung danach aber zu klein ausgeliefert hatte. So fiel der Fehler auch zunächst nicht auf. Wen macht man nun dafür haftbar? Der Verkäufer ist im Spätsommer verstorben, die Firma aufgelöst, der Neue hat keine Verbindung zum alten Lieferanten und das Werk sagt, der Vertragspartner sei die erste Firma..... Mann Mann Mann ....

Der Neue ist bestellt, ich bin gespannt. Nunmehr kann allerdings auch gleich ein anderer eingebaut werden, der die Daten des neuen Motors berücksichtigt. Um den Schub ins Wasser zu bringen, braucht es einen Dreiflügler mit 610mm. Wer eine Nummer klener brauchen kann, bitte melden ;-)

Die Rumpflackierung

hat im Winter 2011/12 einen Schaden davongetragen, nachdem in der Marina Pula nicht bemerkt wurde, dass bei mir und meinem Nachbarn während einer tagelang wütenden Bora die Fender geplatzt sind und die Schiffe aneinander gehauen sind. Die Marina lehnt jede Verantwortung ab mit dem Hinweis, wir sollen uns nicht so anstellen, den Schaden zahlt doch eh unsere Versicherung. Toll! .. Und was ist mit den Prämien, die durch ein generelles Verweigern der Marina- Betreiber höher kalkuliert werden müssen??

Irgendwie ist das noch eine sehr "sozialistische Antwort ...Typisch ACI eben!

Den Schaden hat die Hamburger Yachtversicherung übrigens ohne langes Zögern bezahlt. Wir können den Rumpf, bei AWL-Grip nicht so einfach, wieder rückstandsfrei vor Ort von SPR reparieren lassen.

Segel/Rigg:

Uns fiel in der ersten richtigen Segelsaison auf, dass wir mit dem Riesenlappen Genoa I nicht gut an der Kreuz hantieren können. In engeren Fahrwassern aufzukreuzen ist eine Quälerei, wenn der Wind über 4 hinausgeht, keine Chance mit dieser Besegelung. Rollen wir sie auf probate Größe ein, verhindert die so entstandene Wurst um das Vorstag einen Vortrieb, der es ermöglicht, sich auch von Legerwall- Situationen frei zu kreuzen. Ein Unding! Eine Genoa, die so geschnitten ist, dass sie auch in eingerolltem Zustand richtig steht, kostet fast so viel, wie ein zweites Vorstag mit Rollvorrichtung (nicht elektrisch, wegen des kleineren Tuches) und einer Kreuzfock. Wir bestellten also bei Beilken ein solches Kutterstag mit Rolle und eine extrem haltbare Schwerwetter taugliche Fock, die sich zudem auf Handtichgröße minimieren lässt. Damit müssten wir auf alle Eventualitäten vorbereitet sein. Außerdem kann man damit ja gut auch bei stärkerem Wind Schmetterling segeln mit unserem Amel- Passatgeschirr.

Den Wassermacher

haben wir in Milna entsorgen lassen und einen neuen bestellt, der eingebaut wird, wenn wir das nächste Mal in Milna vorbei kommen: einen Aquatec DC800 24V, der 85l/h fördern soll mit 22A Verbrauch. Eine ganze Menge Wasser, die diese Maschine mit 22A fördert. Wir sind sehr gespannt auf das Ding. Wasser kann man ja nie genug an Bord haben!Nachdem wir versucht haben, den alten Wassermacher noch einmal zu reparieren und der Kostenvoranschlag fast so teuer war, wie ein neues Gerät, haben wir uns an Ort und Stelle dazu entschlossen, einen Neuen zu bestellen.

Strom/ Diesel- Generator/ Windgenerator:

In Milna haben wir auch gleich das gesamte Energiesystem noch einmal überdacht und bearbeiten lassen. Der Windgenerator, ein Silentwind mit 400Watt Nennleistung brachte garnichts, der Dieselgenrator war defekt und die Solarpanele sollten ja nur "zufüttern", nicht die Haupt- Versorgung darstellen.

Zunächst musste Strom eingespart werden: Alle Birnen im Schiff umrüsten auf LED, den Elektroherd rausschmeissen und durch einen Gasherd mit Gasbackofen ersetzen. Dann können wir wenigstens wieder kochen, auch wenn es mit der Stromversorgung schlecht bestellt ist.

Dann wurde von Thomas Sauer der Silentwind gecheckt und er stellte dabei fest, dass er völlig falsch montiert war. So, wie er angeschlossen worden ist, musste die Steuereinheit nach wenigen Minuten durchschmoren! Wahrscheinlich ist dies schon zweimal passiert, weil ich ja bei Solarlink die defekten Einheiten reklamiert hatte. Also war mal wieder meine Servicefirma in Pula schuld daran, dass der Silentwind noch nie Leistung gebracht hat. Eigentlich unglaublich, welche "Experten" man in Kroatien finden kann....

Der Diesel- Generator wurde nochmal repariert, obwohl das auch sehr teuer war. Dennoch: Ich denke nach der Woche Überführung nach Pula, in der wir nie an Landstrom hingen und nicht mit Energie gespart haben, dass wir fast keinen Dieselgenerator mehr brauchen, nur noch, wenn wir vor Anker Wäsche waschen wollen oder andere Großverbraucher benötigen (Bohrmaschine, Lötkolben, Espresso, Klimaanlage...) also alles vermeidbarer Luxus. Bis jetzt füttert der Silentwind ordentlich zu, sodass tagsüber bei WInd mindestens raumschots oder vorlicher so viel produziert wird, dass der Autopilot und die Navi Gerätschaften durchgehnd laufen können. Auf dieses Ergebnis bin ich richtig stolz! Das wichtigste war, auf LED umzusteigen!

Bordsysteme:

Es gab unter uns einen einzigen Streit: ich hatte in Mali Losinj letztes Jahr, als auch die neue elektrische Toilette ihren Geist aufgegeben hatte, notgedrungen eine mechanische einnbauen müssen und mich dann entschlossen, dass mir diese elektrischen nicht mehr aufs Schiff kommen. Ich war sauer gewesen, weil irgendetwas den Hexler zerstört hatte, wusste nicht was und schob es auf eine Fehlbedienung. Petra, meine liebe "Admiralin" war nicht Schuld gewesen, aber das habe ich nicht kategorisch ausgeschlossen. Ein Wort gab das andere, und wenn dem Skipper die Toilette um die Ohren fliegt, ist das auf fast jedem Boot der Grund für lange Unbilden innerhalb der Crew. Ich habe es noch nie anders erlebt ....Also, nach nunmehr einer Saison gibt es wieder eine elektrische und weiterhin eine mechanische Toilette im Vorschiff. So gibt es zur Not auch noch Ersatz.

Wünschenswert wäre noch ein Fußpedal an der Spüle für eine Meerwasser- Pumpe. Ich fand das Ding auf meiner kleinen Hallberg Rassy ungemein praktisch. Wir beobachten das aber noch eine Weile, wenn das Ding noch fehlt, wird es in Mallorca eingebaut.

Nach wie vor alt sind auch die Seeventile. Dies hatte ich schon mehrfach bei meiner Servicefirma in Auftrag gegeben, aber es wurde nicht erledigt. In diesem Frühling MUSS das klar sein. ALLE Ventile müssen nagelneu sein, sonst fahren wir nicht aus dem Mittelmeer heraus. Wenn SPR das diesmal wieder verschläft, werden wir auch dies in Mallorca erledigen.

Funk:

Es wurde eine neue UKW Funke eingebaut mit DSC und allen Schikanen. Ein dolles Ding, wenn man bisher nur den alten Funk gewohnt war. Das wurde mit den Reklamationen erledigt, die ich bei Simrad hatte. Ich bestellte gleich eine Funke bei Simrad neu, weil die alte keine Verbindung zum System hatte. Auf Dauer wollen wir auch den KW Seefunk wieder aktivieren, Aber dazu brauche ich dann erstmal ein neues Seefunkzeugnis "LRC" vor dem ich mich mit meinem "beschränkt gültigen Sprechfunkzeugnis" bisher herumgedrückt habe. Außerdem ist die Anlage ja amateurfunktauglich. Und Petra wollte ja die Amateurlizenz machen .... das wäre super, wenn das klappen würde. Die Anlage wollen wir aber auch erst in Mallorca reaktivieren. Es muss eine neue Seele/ Erde an die Antenne kommen und das Equipment mit dem Pactor-Modem überprüft und an den Laptop angeschlossen werden.

Die Satelliten- Anlage, die wir gekauft haben, eine Sailor 150 Fleetbroadband haben wir auch noch nie gebraucht. In Europa kommen wir ja sehr gut mit dem normalen GSM- Handy aus. Wetter kann man darüber in Küstennähe immer bekommen. Außerhalb des Mittelmeeres wird das anders. Entweder Pactor oder Sat ist dann angesagt. Bis dahin müssen wir das Equipment stehen haben. Für mich als Technik- Amöbe ein noch großes Problem ...

Sonstiges:

Neue Waschmaschine, Kühlbox instand gesetzt, Batteriebank verändert: 4x 205Ah im Motorraum, und 2x 205Ah im Vorschiff für die Winschen, die Ankerwinsch und die E-Motoren für die Segelroller. Neuen gebrauchten Aussenborder gekauft: 6PS Yamaha 2Takter. Manche meinen, er sei etwas schwach dimensionert, aber ich will mich nicht quälen beim ans Beiboot schrauben und zu Wasser lassen. Die neuen Polster wurden reklamiert, der Polsterer fertigt sie noch einmal an. Er hatte allerdings nur ein halbes Jahr Zeit für drei Sofas, das ist arg kurz.....hoffentlich ist er pünktlich fertig. ;-)

Zubehör:

Bestellt wurden zwei Artikel, ohne die wir ungern auf Blauwasser Tour gehen würden: Zwei Bordfahrräder mit Elektroantrieb zum Erkunden fremder Umgebungen und zum Erledigen langer Wege in den Häfen und Städten. Die Behörden liegen ja oft jwd von den Liegeplätzen. Die Fahrräder lassen sich mit einem Handgriff auf- und wieder einklappen, sodass sie im Maschinenraum verschwinden. Dazu müssen wir noch eine Steckdose für die Ladekabel dort anbringen, wo wir die Räder lagern. Sie werden dann vom Bordnetz mit geladen. Die Reichweite der Räder soll übrigens bis zu 60km betragen. Das Gesamtgewicht beträgt nur 17Kg. Die Gangschaltung hat 8 Gänge, damit dürfte man auch mit Muskelkraft recht flott unterwegs sein. Fabrikat: Mobiky, 11Ah, 16`` Räder.

Einen Freediver haben wir ebenfalls bestellt. Das ist ein Gerät mit einem Schnorchelschlauch mit mehreren Metern Länge, sodass Arbeiten am Schiff, Kontrolle des Ankers in der Bucht oder das Entfernen von Fremdkörpern in Ventilen oder an der Schraube ohne Atemgerät möglich ist. Einige sparen sich durch so ein Ding sogar das Antifouling ein, zumindest verlängern sie damit die Rhythmenfür´s Überstreichen. So gesehen ist das Ding relativ schnell amortisiert.

Nach wie vor ungeklärt ist die Frage, wie wir unsere Stenella beheizen sollen. Die elektrischen Lüfter über 220V von Amel, die original installiert waren, sind jetzt alle kaputt, bei AWN haben wir zwei kleinere und bessere gekauft, aber der Weisheit letzter Schluss ist das ganz sicher nicht. Aber auch diese Investition schieben wir noch bis Mallorca vor uns her.

06.11.2011 | Das Refit Projekt

Bilderbeschreibung

Das Refit-Projekt

Unsere Stenella wurde als zwar gepflegte, aber ge- und nach ihrer Weltumseglung auch ver-brauchte Yacht gekauft. Ihr Zustand war funktionstüchtig, alle wesentlichen Systeme an Bord funktionierten bei Übernahme im September 2010, allerdings waren sie in einem Zustand, der längere Seereisen zu einem Abenteuer werden liessen. Also entschlossen wir uns, aus einem leidlich "urlaubsklaren Segelboot" wieder ein komfortables Langfahrt- Schiff zu machen. Und das sofort nach Übernahme, damit wir auch gleich etwas von der Investition haben.

 

Bestandsaufnahme:

An Deck: Der Rumpf war matt, die Farbe stumpf und ausgeblichen. Das Deck mit seinem Amel typischen "Kunststoffteakdeck" war verblichen und hätte optisch nachgearbeitet werden müssen.

Das Rigg: war okay, jedoch erfuhren wir, dass es nach 20 Jahren Langfahrt und ständigem Gebrauch nicht mehr sicher allen Bedingungen standhält. Das stehende Gut sollte erneuert werden, wurde uns von einem Trans Ocean- Referenten geraten.

Segelgarderobe: Bestehend aus Rollgenoa, Rollgroß und Rollbesan. Die Genoa war okay, max. ca. 3-4 Saisons genutzt. Alle anderen Segel waren zerschlissen und nicht mehr zu gebrauchen. EIner der beiden Bäume hatte keinen Kopfbeschlag mehr, sodass ein ausbaumen mit Passatbesegelung nicht mehr möglich war.

Decksausrüstung: Anker sehr gut. Ein Bügelanker mit 100m. Kette. Auf Deck ist eine starke ElektroWinsch gesetzt, die die Kette mühelos an Deck zieht und eine Winsch für Leinen, Festmacher hat. Am Heck ist eine stabile Davits montiert. Das Beiboot mit festem Boden ist zwar älter, aber von sehr guter Qualität. Der 10PS AB von Yamaha war defekt. Die Motorwinden an der Davits waren sehr laut und defekt, die Drahtseile hatten Kinken. Alle Winschen, Hydrauliksysteme, Bugstrahlruder und Rollreffs funktionieren einwandfrei. Das Gehäuse des E. Motors der Rollgroß- Winde von Amel sieht seltsam verbogen aus, läuft aber ebenfalls ohne Probleme. Alles werftmässig installierte Equipment funktioniert ebenfalls noch ohne Beanstandung. Die Plexischeiben des Steuerhauses sind neueren Datums und nicht zerkratzt, wie so oft auf älteren Amels.

Navigation: Ein altes Furuno- Radar defekt, Loran-C und Wetterfax veraltet. UKW noch nicht digital, aber in Funktion. Kein Plotter fest eingebaut. GPS der zweiten Generation als "Stand alone" kann als Redundanz- System bleiben und speist weiterhin die Navi.- Messgeräte von B&G, die zwar alt aber immerhin mit NMEA noch integrierbar sind. Eine leistungsfähige KW- Funke ist an Bord, sowie ein Pactor- Modem. Wir haben noch keine Ahnung, was man damit anstellen kann, müssen erstmal eine Amateurlizenz machen, damit wir das alles auch in Betrieb nehmen können und dürfen. Es existiert ein Autopilot von Autohelm, mit zwei Motoren. Einer von Autohelm an der Steuereinheit, ein zweiter von B&G hinten am Ruderkoker, die separat zu schalten sind und als gegenseitige Redundanzsysteme dienen. beides funktiert einwandfrei, von Autohelm ist noch ein verschweisstes Geberteil als Ersatz mitgeliefert.

El.Technik an und unter Deck: Ventile und Rumpfdurchbrüche sämtlich schwergängig und zu ersetzen. Wasserleitungen alt aber dicht. Elektrik in langen Jahren verbastelt und nicht mehr zeitgemäss, Solaranlage bringt kaum noch Leistung, die alten Module, an Deck auf dem Kajütdach montiert haben scharfe Kanten. Unfallgefahr!!, vollkommen unverständlich. Der Windgenerator defekt. Die Batterien waren okay, aber veraltet. 4x110AH ist auch zu wenig für so viele Verbraucher. Die Installation von Amel ist gewöhnungsbedürftig. Simpel und funktional, aber die Sicherungen und Bedfienungs- Einheiten immer dort, wo sie gerade hingepasst haben oder nahe an den Verbrauchern. somit entsteht der Eindruck, dass alles "wild verlegt"ist. Damit muss man erstmal umgehen lernen. Von meinen Skandinavischen Schiffen bin ich eine andere sehr saubere und klare Installation gewohnt, die für jeden sofort logisch nachvollziehbar ist. Es existieren hier 3 Stromkreise: 220 Volt mit Landstrom und Generator 6kw von Sole, alt aber mit guter Kompression für Heizung, Steckdosen, Kochen, Spülmaschine(!), Waschmaschine (defekt), Boiler, Mikrowelle, Backofen usw, 24 Volt für alle anderen Verbraucher an und unter Deck, excl. Navi und Funkgeräte, die am 3. Stromkreis hängen, der von 24 auf 12 Volt transformiert wird.

Unter Deck: Einrichtung gefällt und ist zweckmässig, wir finden das dunkle Holz gemütlich. Die Polster "haben es hinter sich" nach 20 Jahren, ich weiss noch vom Schiff meines Vaters damals, dass sie quasi "ab Werft" zu weich und von minderer Qualität sind, anders als die Bezüge und Vorhänge, die uns aber optisch nicht mehr gefallen haben. Der Himmel, die Decken- und Wandverkleidungen lösen sich an einigen Stellen, sind auch scheinbar öfters nachgeklebt, haben Beulen und unansehnliche Kanten und Ecken. In den Schapps umso mehr, als dort auch Schiffs- typisch Feuchtigkeit hängen bleibt. Zumal die Klimaanlage von Amel zwar noch funktioniert, aber laut ist und kondensiert. Völlig unverständlich: Warum hat Amel, der sich bei allem was seine Schiffe betrifft, etwas gedacht hat, bei der Heizung auf drei Elektrolüfter verlassen, anstatt eine ordentliche Dieselheizung einzubauen? Bei Bavaria würde ich das verstehen, aber bei Amel? Diese Heizung ist ebenfalls nicht langfahrttauglich. Hat auch nichts mit dem Revier zu tun, man bekommt auch in wärmeren Gefilden die Feuchtigkeit besser aus dem Schiff, wenn man eine gute Heizung hat. Die Toiletten waren alt, aber okay.

Die Haushaltsgeräte arbeiten alle mit Strom, also existiert kein Gas oder ein anderes Leitungssystem, was kaputt gehen kann. Man muss aber jedesmal den Generator anwerfen, wenn man sich einen Kaffee kochen will. Weil aber für Generator und Hauptmaschine nur ein EInlassventil im Rumpf verbaut war, konnte man entweder unter Maschine fahren, oder warm kochen, sonst würde der Motor dem Generator das Kühlwasser klauen und dort zu Überhitzung führen. Eigentlich ein Unding. Und so sind die Voreigner um die Welt?

Die Waschmaschine war defekt. Die Spülmaschine läuft. Solange das so bleibt fliegt sie auch nicht raus. Der Kühlschrank ist ein Frontlader, was ineffektiv ist. Außerdem ist er alt, funktioniert aber. Unter den Sitzduchten im Salon sind noch zwei große Kühlboxen, eine davon kann als Tiefkühler fungieren. die andere war defekt. Die Beleuchtung ist mit H4 Birnchen versehen. Dunstabzugshaube (!) funktioniert,

Der Wassermacher funktioniert, aber die Membrane hat es sicherlich ebenfalls bald hinter sich. Das Wasser schmeckt schon leicht salzig. Zum kochen noch okay, aber als Trinkwasser?

Maschine, Mechanik: Der Motor, ein Perkins Prima M 80 HT läuft, hat Kompression und braucht kaum Öl. Später haben wir bemerkt, dass der Turbolader defekt war. An der Welle sass ein Festpropeller, der mir als Segler nicht zusagt. Die Welle ist auch so ein Amel- typisches U- Getriebe. Der Motor sitzt verkehrt zur Fahrtrichtung. Von dort geht ein U- förmiges Getriebe, welches so umgelenkt ist, dass es unten hinten aus dem Kiel austritt und die Schraube hinter dem Kiel antreibt. Damit wird verhindert, dass sich etwas in der Schraube verfangen kann. Nachteil: Der Kiel nimmt der Schraube einige Antriebskraft weg, die Anströmung ist direkt hinter dem dicken Kiel- Klotz nicht ganz optimal. Das Getriebe selbst arbeitet zwar, aber der Flansch zwischen der Maschine und der Welle, die in den Kiel herunter geht, war undicht und nur provisorisch mit Silikon abgedichtet. Es existieren zwei dicke Dieselfilter, die nebeneinander gesschaltet sind. Ist einer verstopft, kann man einen Hebel umlegen und weiter gehts. Den anderen kann man dann in Ruhe säubern. Der Generator lief zwar, ist aber im Kaltstart selten bis nie angesprungen.Grund: Die Dieselpumpe war defekt und die Leitungen zogen wohl irgendwo Luft.

Wieviel die Aggregate gelaufen haben, ist unklar. Ich gehe mal von mindestens jeweils 8000 Stunden aus. Die Betriebsstundenzähler sind ebenfalls defekt und bei geringeren Werten stehen geblieben.

Sonstiges: Persenninge vorhanden, aber verbraucht und von der Sonne arg in Mitleidenschaft gezogen. Das laufende Gut, Festmacher, Leinen, alles älteren Datums. Luken schlossen bündig, das Holz an Deck, was ja bei Amel eh nicht oft verbaut ist, war übergepinselt, aber nicht wirklich geschützt behandelt. Antennen, Anbauteile, alle Kleinigkeiten funktionierten. Im Schiff reichlich Zubehör vorhanden, vieles, womit wir (noch?) nichts anfangen konnten oder können, anderes hat sich schon als sehr nützlich erwiesen. Das ganze Schiff machte einen peinlich sauberen und picco bello aufgeräumten EIndruck. Es gab keine Gammelecken, hier wurde gelebt und gesegelt, etliches war verbraucht und ist einfach nicht mehr ersetzt worden, aber der Gesamteindruck war dennoch ordentlich.

 

So gingen wir an das Refit. Beauftragung einer Fachfirma:

Dies alles mussten wir mit einem möglichst deutsch sprechenden Handwerker besprechen, der in der Lage war, alle Arbeiten auszuführen. Etliches von dem, was wir hier als Mängelliste schon erwähnt haben, stand ja zu Beginn der Arbeiten noch nicht fest, einiges haben wir sofort gesehen. Schon daraus ergab sich die Notwendigkeit, jemanden zu finden, der in Kroatien die Arbeiten koordinieren kann, Ahnung von Elektrik, Mechanik und Elektronik, sowie von den Funktionen eines Segelbootes hat. Nicht ganz einfach, eine solche Firma zu finden, ohne das Schiff in ein anderes Revier zu verlegen. Wir wollten ja zunächst hier in Kroatien üben und das Schiff kennenlernen. Wir lernten eine Werft in Pula kennen, zu dessen Chef wir Vertrauen fassten.

Vorab: Ich kenne das seit 30 Jahren: In Kroatien laufen jede Menge selbst ernannte "Experten" herum, die einem das blaue vom Himmel versprechen. "Nema Problema" ist schon seit jungen Jahren in unserer Familie zum geflügelten Wort geworden. Außerdem kennen kroatische Handwerker keinen Zeitbegriff. Insbesondere gibt es nicht so oft Verständnis über den Zusammenhang zwischen Zeit und Geld....

Ungeachtet dessen nahmen wir die Dinge in die Hand und beauftragten die Firma SPR Yacht mit dem Refit, teils unter Hinzunahme von "Subunternehmen", wie Riggbauer und Lackierer. Der Auftrag wurde im Oktober 2010 vergeben und die Fertigstellung für spätestens 1.5.2011 terminiert. Wir wollten im Mai nach Pula kommen und einige Tage probefahren. So der Plan....

Nebenbei: Ich bin Kaufmann, mit zwei linken Händen gesegnet, die zum Segeln taugen, auch "gute Seemannschaft" und Wartungen, bzw. ist mir der Umgang mit maritimer Technik vertraut, immerhin segle ich seit meiner frühen Kindheit in jeder freien Minute und ich traue mir zu, mich in alle normalen Vorgänge eines Schiffes einzufuchsen, aber selbst reparieren oder bauen is nich.

Der Auftrag:

Rumpf neu lackieren mit der besten Lackierung, die wir am Markt finden können. Erfahrung hatte ich mit der Lackierung unseres vorherigen Bootes mit AWL-Grip. So bestellten wir diese Lackierung. Wir wählten ein dunkles rot. Jetzt ist Stenella ein Unikat. Mit einem dunkelblauen Rumpf haben wir ja schon Erfahrung vom letzten Boot. Die Pflege scheint uns einfacher mit einem dunklen Rumpf. Als Nachteil mögen Tropensegler einwenden, dass sich das Schiff auch an den Seiten stärker aufheizt. In den doch auch heissen Sommern im Mittelmeer haben wir davon im letzten Schiff nichts bemerken können. Das Risiko sind wir jetzt eingegangen. Der Rumpf sieht klasse aus. Die Farbe ist profesionell verabreitet, der Wasserpass stimmt. Alles sieht "wie neu" aus.

Deck: Statt das Amel-Plastik aufzuarbeiten entschlossen wir uns, das Deck mit "Easyteak" zu belegen. Vorteil: Nie wieder ein Teakdeck pflegen müssen, die Amel- Optik und, am wichtigsten, die Rutschfestigkeit deutlich zu verbessern. Nachteil, der sich dann im Sommer herausstellte: Das "Kunststoff-Teak" heizt sich doch stärker auf, als "richtiges" Teak. Dies wird vom Hersteller zwar in der Werbung anders dargestellt. unser Gefühl sagt uns etwas anderes. Trotzdem sind wir mit dem Ergebnis zufrieden. Diese Arbeiten haben wir mit eigenen Leuten erledigt. Ergebnis ist okay und sieht gut aus. Man steht auf Deck felsenfest, erste Flecken konnten gut beseitigt werden, einige Stellen, wo das nicht ging, wurden einfach nachgeschliffen, was nichts ausmacht, weil sich durch das anschleifen die Farbe nicht verändert. Anders als bei Teakdecks üblich.

Alle Persenninge wurden ersetzt. Die Spritzpersenning hinter der festen Scheibe und die Sonnenpersenning für das Cockpit.

Masten, Rigg: Die Masten sollten, wenn man schonmal dran ist, ebenfalls neu lackiert werden. Das stehende Gut sollte ausgetauscht werden, ebenso alle Leinen, Strecker und Schoten. Diese Arbeit wurde von Aspar Rigging erledigt. Keine Beanstandungen.

Segel: Austausch des Groß und Besansegels durch Beilken. Statt des Originalsegelschnittes wurde ein Schnitt mit Vertikal- Latten gewählt, wodurch die Segel wesentlich besser stehen. Das Ein- und Ausrollen der Segel mit den Latten ist geringfügig diffiziler, aber funktioniert. Ich werde weitere Erfahrungen, insbesondere bei Starkwind, noch berichten. Das ganze "Amel" System war mir nicht ganz geheuer, scheint aber klaglos zu funktionieren, wenn man es richtig bedient. Die Segel wurden von Beilken sehr gur verabeitet. Tuchqualität DC- Polyester UVM in Radialschnitt verarbeitet. Von Amel wurde ein Besanstagsegel bestellt. Es wird quasi als fliegende Fock vor dem Besan gesetzt, um bei halbem Wind und raumschots mehr Tuch zu haben. Das ist für eine kleine Crew praktkabler, als große Vorwindsegel. Dennoch: von Istec wurde ein Parasailor bestellt. Noch keine Erfahrungen, das folgt, wenn wir das Segel im Frühjahr 2012 ausprobieren. Die Firma hat eine Einführung im Preis enthalten. Eine zweite frei fliegende Genoa ist noch gestaut, die zur Passatbesegelung gehört.

De Segel von Beilken wurden zunächst falsch geliefert (beide einen halben Meter zu lang), obwohl man mir versicherte, dass die Schnitte im Computer vorhanden seien. Es wurde aber anstandslos alles umgetauscht und wieder retourniert. Vom Abenteuer, eine solche "neue" aber als gebraucht deklarierte Sendung durch den deutschen Zoll nach Bremen und wieder zurück durch den kroatischen Zoll nach Pula zu bringen, könnte eine andere Geschichte handeln....

Elektronik, Navigation: Entfernung sämtlicher alter Geräte. Neu: Plotter von Simrad, großes Gerät über der Navigation innen, kleineres Gerät am Steuerstand. AIS aktiv. Radar integriert. Wir haben lange überlegt, ein separates Radar zu verbauen, damit man redundant ist, sind aber von Simrad zu der integrierten Lösung beraten worden. Der große Plotter musste zweimal getauscht werden, war jedesmal schon bei der Ankunft defekt. Installation eines Sat.- Telefons als Sicherheitsausrüstung. Wetter wird z.Zt. über den Laptop geholt. Verbaut wurde auch eine Winradio- Blackbox von Bonito zm einholen von Wetterdaten auf PC.

Motor, Getriebe, Propeller: Wir hatten einen Festpropeller montiert, der für mich als Segler nicht akzeptabel war. Also haben wir uns sofort nach der Übernahme nach einem Drehflügel Prop.umgesehen. Infrage kamen Gori und Maxprop. Weil keine Daten zu bekommen waren, haben wir im Vertrauen auf die Werft und den Hersteller einen Maxprop bestellt, weil Amel ja in den 90er Jahrenden Maxprop offiziell in der Zubehörliste angegeben hatte. Also mussten die ja wissen, welcher Prop unters Schiff gehört. Nach der Montage stellte sich heraus, dass Der Turbo verrußt war und damit nur noch 50 PS auf die Welle kamen. Erste Fahrtwerte mit dem neuen Prop. waren enttäuschend. Ich hatte die Werte des Festprops beim Kauf angegeben, allerdings da schon vermerkt, dass etwas mit dem Antrieb nicht stimmen könne. Das Schiff lief mit Festprop unter Volllast nur knapp über 7 kn., nach theoretischer Rumpfgeschwindigkeit muss es fast 9kn. laufen. Ergebnis: Der Maxprop wurde falsch, also zu klein geliefert, der Motor muss sich mit zu hohen Drehzahlen quälen, um auf Marschfahrt zu kommen. Nach Revision des Turbos läuft das Schiff besser, aber noch nicht wirklich gut. Außerdem: Durch die Amel typische Montage des Props hinter dem Kiel dreht der kleine Propeller nach Maschinenstopp nicht in Segelstellung, weil die Anströmfläche hintzer dem Kiel zu gering ist, er dreht in ausgekuppeltem Zustand immer noch mit. Hier wird es noch einigen Ärger geben.

Die Hauptmaschine ist gecheckt worden, periphere Aggregate wurden getauscht, wie Lichtmaschine, Dieselfilter und diverse Gummiteile und Leitungen, sowie der Turbo erneuert.

Ebenso der Dieselgenrator. Die Wellenanlage wurde besser abgedichtet. Nach Aussage von Amel ist das nie ganz dicht, muss also ständig beobachtet werden.

Elektrik, Installationen: Die Verbraucher- Batterien wurden entsorgt und durch 6 x 210 Ah AGM Batterien ersetzt. 2 wurden im Vorschiff verbaut, 4 im Maschinenraum. Dieser Standort ist nicht optimal, soll aber laut Reparatur- Werft nichts ausmachen, wenn für zusätzliche Belüftung gesorgt wird. Dies ist dann auch geschehen durch eine zweite Absaugung mit Ventilator. Sämtliche Verkabelungen, die von den Batterien ausgehen, wurden ersetzt und die Batterien in Reihe geschaltet. Die Solaranlage wurde ersetzt durch auf 3% biegsame 6 x 70Wp Solarzellen von Solarworld. Am Besan wurde der Windgenerator getauscht mit einem Gen. von Silentwind, der 360 Wp liefert. Oder besser: ....liefern soll. Beides, Solar, wie auch Windgenerator halten bis jetzt bei weitem nicht, was die Prospekte versprechen. An was das liegt, bisher nicht optimale Bedingungen, falsche Installation oder ein Produktfehler, ist noch nicht abschliessend geklärt.

Es wurden diverse Kabel, die keine Bedeutung mehr haben entfernt und einiges an laienhafter Montage ersetzt, bzw. geändert. Auch hier funktioniert alles bis auf die alternativen Generatoren einwandfrei.

Innenraum: Achtern wurde die Toilette ersetzt. Zunächst durch eine elektrische, als diese nach einer Woche ihren Dienst aufgegeben hatte, durch eine mechanische von Jabsco, die seitdem funktioniert. Die Wasserhähne wurden getauscht, sämtliche Ventile und Aussendurchbrüche ersetzt. Die Bilgepumpe hat einen zweiten Warnschalter erhalten. Die Musikanlage wurde entfernt und durch ein Autoradio mit CD und MP3 Anschluss ersetzt. Einige Schreinerabreiten wurden notwendig, um die Spuren der Umbauten zu beseitigen. Die Polster wurden ersetzt und bezogen mit neuen Stoffen, die waschbar sind. In Auftrag wurde noch die Erneuerung der Verkleidungen an Wänden und Decken, sowie die Gardinen. Außerdem die Neuinstallation einer Dieselheizung, die die 3 Heizlüfter ersetzen soll.

 

 

Bauzeit: Klar, ein Refit- Projekt dieser Größenordnung ist nie vollständig vorauskalkulierbar, dennoch war es schon sehr ärgerlich, dass unsere Segelsaison 2011 mit der nicht fertigen Arbeit dermassen "ins Wasser gefallen" ist.

Als wir im April schon mal nachsehen wollten, wie die Arbeiten vorangehen, stand das Schiff noch "hoch und trocken" in der Halle und es war noch nicht viel passiert. Das konnte eigentlich nicht recht gut gehen, aber wir waren optimistisch und wollten Ende Mai, spätestens Anfang Juni zu einem dreimonatigen Törn nach Griechenland aufbrechen. Es wurden Flüge und Fähren zum Crewwechsel gebucht, nach Rücksprache mit der Werft auch zu einem "sicheren" Datum, bis zu dem die Arbeiten "auf alle Fälle erledigt sein" würden und diverse Reisevorbereitungen getroffen (wie z. B. ca. 130 Gläser Eingemachtes heimisches Essen verpackt, mitgebracht und gestaut. An der Arbeit wurde alles getan, damit man uns für 3 Monate in Ruhe lassen konnte.

Als wir dann das Schiff für den 20. Juni als "fertig" gemeldet bekamen, stand es immer noch in der Halle und etliche Handwerker arbeiteten fieberhaft an den diversen Installationen. Meine Aufgabe war es ab diesem Zeitpunkt, die von mir gelieferten Teile, die nicht funktionierten, wieder zu beschaffen: zu große Segel von Beilken, Plotter von Simrad und die Toilette von Jabsco. Alles in der zur Verfügung stehenden Zeit nicht zu beschaffen. DIe Rollgenoa- Vorrichtung und das Rollvostag musste ebenfalls noch ersetzt werden, da es bei Montage den Geist aufgegeben hatte. Der Maxprop lief genausowenig im ersten Step, siehe an anderer Stelle erwähnt, sodass wir hier ebenfalls eine Woche verloren.Als dann der Generator noch permanent ohne Grund nicht ansprang, brachen wir ab und fuhren nach 6 Wochen warten in der Werft, im Hafen und nach diversen Versuchen auszulaufen frustriert wieder heim. Es wurde eine Nach- dann eine Nach- Nachfrist vereinbart und am 1.11. bekamen wir endlich unser Schiff fertig übergeben. Letzte Woche haben wir einige Probeschläge absolviert und eine Woche an Bord verbacht. Das meiste arbeitet jetzt einwandfrei. Was nicht gut oder noch nicht läuft, kann nachgearbeitet werden (Deckenverkleidungen, Innenraumreklamationen beim Sattler, Solar und Windgen.), es muss per Reklamation getauscht werden (Plotter, ist schon an bord, größerer Maxprop), oder ist erst für den Winter beauftragt (Heizung).

Wenn man die oben erwähnte "Terminträgheit" und noch einige andere Eigenheiten einmal beiseite lässt, kann man sagen, dass SPR und Igor, der Chef dann doch die Kurve gekriegt haben und die Arbeiten zu unserer vollen Zufriedenheit erledigt haben.

Endlich haben wir aber ein auslaufklares Schiff, was weitgehend unseren Vorstellungen von einem Langfahrtschiff entspricht und dazu dienen soll, uns auszuhalten und über immer längere Zeiträume ein zuhause auf dem Wasser zu bieten. Wir sind richtig stolz und glücklich, unsere Stenella "in Schuß" zu haben. Sie liegt fast wie neu an ihrem Platz im Hafen und sieht aus, als wolle sie morgen los.....

 

 

 

 

 


02.07.2011 | ...wir sehen "rot".....

Bilderbeschreibung
Wir sehen im Moment nur noch „rot“! Jeden Tag haben wir Handwerker und Mechaniker an Bord, deren Dienstkleidung ein rotes T-Shirt ist..... wir mögen diese Farbe im Moment gar nicht mehr so sehr.

Bis Mittwoch hingen wir noch in Pula fest, weil die Probleme hier am Boot einfach kein Ende nahmen. Mittags waren die Arbeiten (vorerst) soweit abgeschlossen, dass wir auslaufen konnten. Für unser geplantes Ziel „Susak“ war es aber leider schon zu spät, so entschieden wir uns für eine Bucht in „Rovinj“, in der wir ankern wollten. Nach 1 ½ Std. motoren war der Wind dann so gut, dass wir bis Rovinj segeln konnten...... schöööööön war das :-)

In Rovinj angekommen, wollten wir endlich mal den Wasseraufbereiter testen und haben dafür den Generator angeworfen. 5 Minuten hat´s gedauert, bis er verstummte! GANZ TOLL! Also nix mit Wasser machen, dabei war unser Wasservorrat an Bord auch am Ende. Das hieß für uns an diesem Abend, keine ausgiebige, erfrischende Dusche, sondern nur eine Katzenwäsche. Wir sind durch nichts mehr zu erschüttern, deshalb haben wir auch das mit einem Lächeln hingenommen und sind nach unserer Katzenwäsche mit dem „Schlaucherl“ in die Altstadt gefahren, wo wir in einem wunderschönem Lokal über dem Meer lecker gegessen haben und anschließend mit einem lecker Wein auf der „Via Idiotica“ gesessen und Leute geguckt haben.

Donnerstag wollten wir weiter nach Porec. Also Maschine an, Anker geborgen ….und dann war es plötzlich still, kein Motorgeräusch mehr zu hören. Wir haben den Anker sofort wieder geschmissen und hofften, dass er hielt, denn unser Motor wollte nicht mehr anspringen. Wir haben dann direkt bei Igor angerufen, der uns sofort 2 Leute nach Rovinj schicken wollte, die den Motor überprüfen wollten. Nun saßen wir also mit mulmigen Gefühl da und warteten. Eigentlich hätten sie nach einer halben Stunde da sein müssen, aber nüscht. Nach 3 endlosen Stunden waren sie endlich da, mittlerweile war es fast 19.00 Uhr. Den Motor konnten sie auch notdürftig reparieren, aber als sie endlich fertig waren, war es zum auslaufen zu spät. Also sind wir noch eine weitere Nacht in der Bucht geblieben und gestern dann nach Porec aufgebrochen. Wir liegen nun hier in der Marina, haben sogar WiFi und sind wieder mit der Außenwelt verbunden :-), was wir natürlich gleich nutzen, um hier mal wieder ein bisschen zu schreiben.

Seit 11.00 Uhr haben wir 3 Mechaniker an Bord, denn es blieb nicht nur bei dem Motorproblem. Heute Morgen sind beide Toiletten ausgefallen, der Generator, der ja schon in Rovinj seinen Geist aufgegeben hat, der Duschschlauch nicht in Ordnung und noch weitere Kleinigkeiten, mit denen sich die Drei nun schon seit Stunden beschäftigen.


17.30 Uhr endlich Feierabend.... kein kroatisches Gebabbel mehr an Bord und „angeblich“ alle Arbeiten erledigt. Auf unsere Frage, ob die Maschinen jetzt ganz sicher in Ordnung sind, meint der „Senior-Handwerker“, er wünsche uns nun eine schöne Weiterfahrt, aber man wüßte ja nie.....

…..dolle Aussichten …...


Jetzt gehen wir uns frisch machen und anschließend in der Stadt nen Schoppen trinken ….. PROST


23.06.2011 | Villa Lola N°19

Bilderbeschreibung

Wir sitzen immer noch in unserer „Villa Lola N°19“ und sind mittlerweile ziemlich genervt von dieser Anlage. Nee, Club-Urlaub-Menschen sind wir nicht, das stellen wir gerade im Moment wieder fest ;-) Die Einzige die Spaß hat, ist Trix. Sie bellt und unterhält sich hier mit jedem vierbeinigem Freund, obwohl sie kein Wort versteht, sie versucht Eichhörnchen zu jagen und kann immer noch nicht von Ast zu Ast springen, sie stellt Möwen nach, aber fliegen kann sie immer noch nicht :-)

Aber wir erholen uns, sind gut gelaunt.


Der Mast steht nun endlich, aber es gibt noch ein paar technische Probleme, die gerade im Moment behoben werden (hoffe ich). Morgen können wir eeeendlich unsere Klamotten an Bord bringen und auch unsere erste Nacht auf der Stenella verbringen.... am Samstag geht’s dann hoffentlich endlich los..... freuuuuuufreuuuuu.....





17.06.2011 | ...alles wird gut

Rovinj

 

Eigentlich sollte heute der Mast gestellt werden.... aber gestern Abend bekamen wir die Hiobsbotschaft, dass einige Kugellager im Eimer sind und neu bestellt werden müssen. Die Teile werden in Italien angefertigt und können frühestens in einer Woche in Pula sein. Na „doll“... wir hatten nen ziemlichen Hals und sind dann auch ein bisschen böse geworden. Die Zeit sitzt uns mittlerweile ziemlich im Nacken, weil wir bis zum 14. Juli in Kalamata/Griechenland sein müssen. Da kommen solche Zwischenfälle wie jetzt dieses Kugellager nicht gut :-(

Gestern Abend konnten wir natürlich nicht mehr viel ausrichten und so haben wir Luise und Ursel ins Auto gepackt und sind nach Rovinj gefahren.Wir wollten den beiden unseren Lieblingsort dort zeigen, der unterhalb der Kathedrale „Sv. Eufemija“ (benannt nach der heiligen Eufemija, der Schutzpatronin Rovinj´s, deren Sakrophag man im Inneren der Kirche auch besichtigen kann.) ist. Ein Idyll mit Blick auf´s Meer, von wo aus man wunderbar den Sonnenuntergang bewundern kann. Die beiden waren total begeistert und schwärmten noch den ganzen Abend davon.


Heute morgen sind wir dann wieder zur Werft, um zu hören was Igor von „SPR-Yacht“ uns neues von den Kugellagern zu berichten hat. Es ist nun also so, dass die Teile in Italien angefertigt werden und Igor´s Leute sie am Montag selber in Italien abholen. Das bedeutet, der Mast kann frühestens am Mittwoch gestellt werden.

Es nützt gar nichts uns aufzuregen, früher bekommen die das nicht und so müssen wir noch bis Mittwoch hier in unserem Appartement sitzen und uns die Zeit vertreiben. Unseren Bus haben wir mittlerweile fast leer geräumt, die Sachen stehen in der Halle der Werft. Wir fahren jetzt nur noch unsere Klamotten durch die Gegend und leben zur Zeit nicht aus dem Koffer, sondern aus der „Sauer-Kiste“ ;-)

Das geht aber nur noch bis Samstag, denn am Sonntag fahren Luise und Ursel den Bus zurück nach Hause und überlassen uns unserem Schicksal.

Wir nehmen es mit Humor und genießen die Sonne, das Meer und natürlich das gute Essen hier.


Alles wird gut …............ :-)




16.06.2011 | Eeeendlich ist es soweit!

....es geht langsam Richtung Wasser :-)

Eeeendlich ist es soweit!


Eigentlich sollte Stenella ja Ende April/ Anfang Mai ins Wasser und fertig für die großen Törns sein. Aber die üblichen Verzögerungen durch teils „Balkanwirtschaft“, teils Ersatzteil- Lieferungsprobleme, teils Missverständnisse in der Sprache haben dazu geführt, dass es Mitte Juni wurde, bis heute nun das Schiff wieder in seinem Element schwimmt.


Lange Vorbereitungen, endlose Telefonate mit der Reparatur-Werft, mit Amel (danke Maud, für den Service, du bist immer freundlich geblieben) und mit diversen Zulieferern sind diesem Ereignis vorausgegangen. Unsere Werft, Igor Kogej von SPR-Yacht in Pula, hat mit den Fachleuten ganze Arbeit geleistet und gegen Ende „klotzen“ alle nochmal richtig ran, damit wir endlich wegkommen.

Stenella ist jetzt wohl die einzige Amel weltweit in bordeaux rot. Der Mast kommt morgen drauf.

Dann wird noch beladen mit allem Zubehör, Fressalien und den persönlichen Sachen.

Wann werden wir den Bug in Richtung Süden drehen können?

 



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